5 Fragen an Matt Embree
Hier ist es, das Interview mit Matt Embree von den RX Bandits.
An dieser Stelle werden wir euch abwechselnd einen Einblick in die Arbeit von Matt Embree geben und die Antworten, die wir von ihm bekommen haben, präsentieren.
Bei Matt Embree handelt es sich um das Gründungsmitglied einer 1995 als Ska-Band unter dem Namen The Pharmaceutical Bandits gegründete Formation, die sich 1999 in RX Bandits umbenannte und heute eher in die Schublade Progressive Rock zu stecken ist.
Unter dem Namen The Pharmaceutical Bandits veröffentlichte die Band 1996 ein Demo sowie die Alben Those Damn Bandits (1997) und Halfway Between Here and There (1999), welches der Band dann ein größeres Publikum bescherrte.
Halfway Between Here and There wurde dann später mit neuer Tracklist und neuem Artwork unter dem Namen RX Bandits re-released.
stereoMAG: Aus welchem Grund hast du den Bandnamen von The Pharmaceutical Bandits in RX Bandits geändert?
Matt: Wir haben den Bandnamen geändert, weil wir uns entschieden hatten, musikalisch in eine ganz andere Richtung zu gehen.
Es fühlte sich an, als würden wir eine komplett neue Band werden, also war es auch angebracht den alten Bandnamen zurück zu lassen.
In den 10 folgenden Jahren veröffentlichte die Band 4 weitere Studioalben, bei denen ein merklicher Reifungsprozess im musikalischen Bereich und im Songwriting festzustellen ist.
Die Texte der Band befassen sich zunehmend mit politischen Themen, die Musik wandert von Ska zum Reggae, weiter zum Punk und von da aus zum Progressiv Rock, verliert aber die Wurzeln nie aus dem Blick.
stereoMAG: Matt, wo siehst du deine Einflüsse als Musiker und als Mensch?
Matt Embree: Es scheint, als würden meine Einflüsse als Musiker und als Mensch dieselben sein: die Erfahrung der Existenz und des Lebens wie wir es kennen.
Viel davon kommt für mich vom Reisen, besonders von Reisen an Orte die sich stark von den Vereinigten Staaten unterscheiden.
In den vergangen Jahren bin ich oft nach Lateinamerika gereist, fünf mal um genau zu sein, und ich kann definitiv den Einfluss den diese Region auf meine Musik hat feststellen.
Alles, von der Musik in den Autos, in denen ich per Anhalter gereist bin, bis hin zu den vielfältigen Rhythmen der Congas, die mein Freund Daniel aus Venezuela mir zu spielen beigebracht hat.
Ich versuche das alles in mich einzusaugen.
Neben den Bandits hat Matt Embree auch noch ein eigenes Label (Mash Down Babylon) mit Studio von seiner Garage aus zu führen und spielt in zahlreichen Nebenprojekten.
So ist er zum Beispiel auch als Walrus bei The Sound of Animals Fighting vertreten oder ist unter dem Namen Love You Moon als Solokünstler unterwegs.
stereoMAG: Abgesehen von den RX Bandits spielst du noch in einigen anderen Bands, z.B. The Sound of Animals Fighting, deinem Solo-Projekt Love You Moon oder Apotheke. Welche Bedeutung haben diese Projekte für dich und wo siehst du den Unterschied zu den RX Bandits?
Matt: Diese Projekte sind einfach verschiedene Ventile für die unterschiedlichsten Zugänge künstlerischen Ausdrucks für mich.
Sie geben mir die Möglichkeit, mit anderen Musikern zu spielen und andere akustische Bereiche zu erfahren.
Ehrlich gesagt, in meinem Kopf geht so viel vor, dass ich oft das Gefühl hab noch verrückter zu werden, wenn ich nicht alles da raus bekomme (lacht).
Viel von dem Zeug das ich so höre unterscheidet sich total vom Stil der RX Bandits, also muss ich das mit einer Gruppe von Menschen verwirklichen, mit anderen Instrumenten und so weiter.
Außerdem liebe ich es einfach Musik zu machen und genieße die Herausforderung in andere Genres abzutauchen.
Zum Beispiel ist eins der sieben Projekte, an denen ich momentan aktiv beteiligt bin, ein größtenteils akustisches mit Percussions und mit Spoken Words, ein anderes ist eher ein erwachsenes alternative-Pop-Ding, das sich an Regina Spektor oder Sheryl Crow orientiert, während wieder ein anderes ein tiefes und schmütziges Electric-Blues-Ding ist.
Es macht Spaß, dir selbst die verschiedensten Bereiche deiner Psyche zugänglich zu machen.
Matt Embree reicht es nicht, sich über sich selbst und seine Position in der Welt bewusst zu werden oder diese Welt in politischer Sicht wachzurütteln.
Für ihn ist es merklich wichtig auch selbst tätig zu werden und engagiert er sich zusammen mit Chad Stokes und der Organisation Calling All Crows für die Rechte stark benachteiligter Frauen zum Beispiel in Afrika.
stereoMAG: Wie kam es zu deiner Zusammenarbeit mit Chad Stokes und Calling All Crows?
Matt: Chad ist ein guter Freund von mir, jemand den ich sehr bewundere und respektiere, ein Leuchtfeuer der Barmherzigkeit und der Selbstlosigkeit.
Er hat mich gefragt, ob ich auf seinem neuen Album singen möchte und als wir an der Boston University gespielt haben, hab ich einen Zwischenstopp im Studio eingelegt und diesen kleinen Part in Still und Silent übernommen.
Ich war sehr froh darüber, außerdem bei den letzten beiden Calling All Crows Benefiz Konzerten mit Chad spielen zu dürfen.
Diese Shows haben mehr als 100.000 Dollar eingespielt, die dafür verwendet wurden tragbare Öfen für Frauen in Flüchtlingslagern im Sudan, in Uganda und im Kongo zu kaufen.
Chad plant zurzeit eine CAC-Mini-Tour mit 8 Konzerten in diesem Jahr (stereoMAG berichtete) und ich fühle mich sehr geehrt, auch an diesen Konzerten teilnehmen zu dürfen.
Wenn man in sovielen erfolgreichen Bands spielt, bleibt es nicht aus, auch mal das eine oder andere Konzert zu spielen.
Die RX Bandits waren nun schon diverse Male in deutschen Landen unterwegs, da fragt man sich doch…
stereoMAG: Welches deutsche Bier magst du am liebsten?
Matt: Hmmm… Schwierige Frage, denn deutsches Bier ist wohl das Bier, das ich am liebsten trinke.
Ich denke, es wird ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Kölsch (welches nur in der Gegend um Köln gebraut wird) und Rothaus.
Beide sind sehr unterschiedlich und sehr schmackhaft.
Lustigerweise kommt unser bestes deutsches Publikum aus Köln, also habe ich jedes Mal wenn wir in Europa unterwegs sind, die Möglichkeit mein Körpergewicht mit Kölsch aufzuwiegen.
Ich versuche jedes mal ein paar Flaschen für meine Freunde mit nach Hause zu nehmen, aber bis ich dann wieder da bin, sind sie meistens schon leer…
Gewinnt das aktuelle Album der RX Bandits HIER auf stereoMAG.
von Matthias Doden
weiterführende Links:
-Special thanks to BRITTANIE and CATHY from Sargent House-
