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Interview mit Fukked Up

Grunge aus Ostfriesland? Geht – wie Fukked Up beweisen.

Die vor vier Jahren gegründete Band besteht aus drei Mitgliedern:
FOE (Vox/Git), mnO (Bass/Vox) und Lord Nussness (Drums).
Bei der Fukked Up Band wird alles in Eigenregie gemacht.
Konzerte werden selbst organisiert, Bandmerchandising entworfen und handgearbeitet. Das Gleiche gilt für Produktion und Aufnahme der Songs:
Statt ein teures Studio zu mieten, hat die Band jetzt ein eigenes gut ausgestattetes Home-Studio. Hier wurde auch ihr neues Album “Do This/Do That” aufgenommen

stereoMAG: Wie seid ihr auf euren Namen gekommen?

Foe: Als wir irgendwann die richtige Kombination hatten, wurde es Zeit für einen Bandnamen, weil wir auftreten wollten. Zu jener Zeit steckte ich persönlich in einer ziemlich beschissenen Lebenslage und hatte wohl deswegen eine negative Haltung zu Allem. Aber irgendwie ist der Name bis heute geblieben.

mn0: Der Name ist zu uns gekommen. Außerdem: Gib mal Fukked Up bei Google ein ;-)

stereoMAG: Seit wann macht ihr Musik?

Foe: Jeder schon lange Jahre, denke ich. Als Fukked Up seit Dezember 2008.

stereoMAG: Eure Platte ist grade draußen, welchen Song könnt ihr empfehlen und warum?

Foe: Wenn Du mich so fragst, jeden. Weil wir zusammen alles geregelt haben. Vom schreiben der Songs über die ersten Aufnahmen und allem was danach noch kommt, bis hin zu unserer fertigen CD mit Faltcover und
allem was da so zugehört. Es war sehr lehrreich, spaßig aber auch anstrengend.

mn0: Als wir The Sorry Song aufgenommen haben war der noch ganz frisch.
Der zeigt, wohin die Reise geht – wir entwickeln uns ja weiter.
Hat Spaß gemacht ihn aufzunehmen und zu mixen. Mir gefällt auch die Dynamik, der Gesang, die Feedbacks nach den lauten Parts…der ist einfach geil.
Die anderen aber auch.

stereoMAG: Was war bisher euer großartigster Gig und warum?

Foe: Für mich war das auf einem dieser Bandcontests bei denen man als Band mit einer handvoll homies gegen einen Reisebus voller Schulklassen und Eltern die ihre Feuerzeuge schwingen verliert. Da hatte man uns eine TOP-Backline hingestellt und der Sound war oberst-Knaller.
Das hat Laune gemacht wie Sau. Vielleicht wurden deshalb zweiter…

mn0: Teehaus do this/do that release Party war gut. Das war auch unser erster selbst organisierter Gig. Erstmal Herzinfarktfinale, drei Tage vorher durchgehend Action, alles organisieren, mixen, mastern etc. An dem Tag an dem der Gig war (noch eben schnell) CD-Rücken drucken, in die Hüllen pulen, Cover drucken lassen, CDs produzieren, besprühen, Instrumente rüberschaffen, aufbauen, Soundcheck, mehr Bier kaufen,
Telefon klingelt dauersturm… Dann gings los und die ganze Anspannung war weg, alle sind gekommen und wir haben richtig gut gespielt.

stereoMAG: Angenommen, ihr könntet eine Fukked Up & Friends Platte machen, mit jeder Band die es gibt oder gab, Wen würdet ihr für welchen Song rekrutieren? Und warum?

Foe: Ich glaube im moment wären das bei mir ….The Melvins

mn0: Versteh die Frage nicht. Unsre Songs oder deren? Ach egal, ich will auf eine Platte mit:
Mudhoney – Touch Me I’m Sick
Melvins – Buck Owens
Nirvana – Hairspray Queen
The Jesus Lizard – Thumbscrews
Tad – Trash Truck
Unsane – Body Bomb
Hunt Club – Punch Line
Virgil M. – Epinephrine
usw. usw. weil: Alle saugeil!

stereoMAG: Wo habt ihr euer Album aufgenommen, was für Erfahrungen habt ihr währenddessen gemacht?

mn0: Man braucht kein Studio zu mieten um eine Platte in guter Qualität hinzukriegen. Man muss nicht mal Programme kaufen, wir haben alles im Proberaum mit freier Software produziert. Mit Ubuntustudio und Ardour,
um genau zu sein. Allerdings muss man das üben und lernen, das tun wir regelmäßig.
Wenn wir proben, läuft fast immer die Aufnahme mit. Meistens vergammelt sie dann auf meinem PC…
Unser Aufnahmeequipment hat unter 1000 Euro gekostet. Dafür haben wir immerhin 16 analoge Eingänge, ein komplett abgenommenes Schlagzeug usw.
Wir haben viel ausprobiert, mehrere Mikrofone für ein Instrument genutzt und später die Spur, die besser klingt, genommen – oder beide in unterschiedlicher Lautstärke im Panorama verteilt.

stereoMAG: Habt ihr einen Tip für Jungs und Mädels, die gerne eine Band gründen möchten?

mn0: Unbedingt machen! Riesenspaß. Erstmal spielen lernen, dann Strategie erarbeiten. Sucht Kontakt zu anderen Bands. Sowohl regional, praktisch wegen Proberäumen, Konzerten etc. als auch im Internet, da findet man stilistisch Gleichgesinnte, z.B. bei Jamendo oder last.fm.
Geht netzwerken, findet Freunde und Sympathisanten. Solange ihr nicht täglich im Radio und Fernsehen gespielt werdet: Finger weg von der Gema!
Macht nur Ärger.
Im Gegenteil: Solange euch keiner kennt, helfen euch 1000 Gratisdownloads mehr als 10 verkaufte CDs. Creative Commons sieht vielversprechend aus.

stereoMAG: Welchen Song hättet ihr gerne geschrieben?

Foe: Oha! da gibt es so viele… wie wäre es mit >>the rambler song<< von Shellac.

mn0 (singt): With the lights out it’s… dann wär ich jetzt steinreich.

stereoMAG: Wo würdet ihr gern mal spielen?

Foe: Im VERA in Groningen, wäre n echter Brüller.

mn0: Auch Vera. Ist zwar nicht Rock am Ring, bei sowas würd ich ja auch gern mal spielen, ist aber überhaupt nicht unsre Liga, geh ich aber ja nichtmal als Besucher hin. In de Vera haben schon so viele gute Bands
gespielt…

stereoMAG: Die Band Mental Reservation möchte gerne wissen: Wann löst ihr euch eigentlich endlich auf? ;-)

mn0: Am 23.5.2018 – Reunion gibts dann am 23.5.2023

Foe: Wenn wir alt, reich und fett geworden sind, Bands wie “Nikklbekk 2″ Musik die wie unsere klingt im Stadion spielen, aber in schlecht. Dann lösen wir uns auf und kommen 10 Jahre später als >> F U B A R << wieder.

stereoMAG: Habt ihr irgendeine Frage an unseren nächsten Interviewpartner?

mn0: Welche Frage würdet ihr niemals in einem Interview beantworten? Was wäre eure Antwort?