Interview mit Pete Francis
2004 spielte er mit seiner Band Dispatch vor 110.000 Menschen in Boston, MA.
2007 sorgte er mit Dispatch drei Nächte nacheinander für ein ausverkauftes Madison Square Guarden.
2010 veröffentlichte er sein sechstes Solo-Album mit dem Titel The Movie We Are In.
Heute hatten wir die Gelegenheit ein Gespräch mit ihm zu führen.
Hier spricht Pete Francis
von Matthias Doden
stereoMAG: Pete, wie bist du zur Musik gekommen?
Pete Francis: Musik war schon immer ein Teil meines Lebens. Ich bin mit älteren Geschwistern aufgewachsen, die in Bands gespielt haben und ich konnte mich damit stark identifizieren. Ich habe außerdem oft in den Vinyl-Sammlungen meiner Geschwister gestöbert.
stereoMAG: Was sind deine Einflüsse als Musiker und als Mensch?
Pete Francis: Ich lebe in New York und dort fühle ich stets eine Energie die mich stark beeinflusst. Es ist schwer mich auf einzelne Einflüsse zu beschränken, aber ich kann nicht abstreiten, dass ich es liebe die Kunst anderer Menschen zu erfahren – Gemälde, Videos, Filme, Musik und so weiter.
stereoMAG: Welche Musik oder Bands hörst du dir gerne an?
Pete Francis: Ich liebe Soul. Ich besitze eine ziemlich gute Sammlung an Stax Records Platten auf Vinyl. Ich habe schon immer auf Van Morrison gestanden. Radiohead ist, denke ich, meine Lieblingsband momentan. Ich glaube In Rainbows ist die perfekte Platte. M. Ward ist auch zuemlich cool; ein großartiger Lyriker.
stereoMAG: Erinnerst du dich an den ersten Song den du geschrieben hast?
Pete Francis: Bridges ist mein erster Song den ich auch wirklich mochte. Always a way ist glaube ich mein erster Song. Der ist auf einem Demotape, dass ich mit Brad von Dispatch aufgenommen habe.
stereoMAG: Vor deiner Solokarriere warst du Mitglied in der Band Dispatch. Wie würdest du deine Rolle in dieser Band beschreiben?
Pete Francis: Dispatch war für mich immer ein Team – eine Familie. Wir haben uns lebendig gefühlt. Wir alle haben unseren kreativen Rhythmus in die Band eingebracht.
stereoMAG: kannst du dich an deinen ersten Auftritt mit Dispatch erinnern? Wie hat das Publikum auf euch reagiert?
Pete Francis: Unser erster Auftritt war 1995 in Vermont. Es war eine akustische Show und ich denke den Leuten hat es gefallen.
stereoMAG: Meiner Meinung nach war Disptach nicht eine, sondern drei Bands. Wie stehst du zu dieser Aussage?
Pete Francis: Ich weiß was du meinst, aber da ist was mit uns passiert, wenn wir als Einheit kreativ waren… Wir sind Dispatch.
stereoMAG: Warum haben Dispatch sich dann getrennt?
Pete Francis: Nun, ich denke wir haben uns nicht wirklich getrennt. Wir spielen nur nicht mehr ständig miteinander.
Aber ich hoffe bald wieder mit den Jungs zu jammen.
stereoMAG: Was für ein Gefühl war das, vor mehr als 100.000 Menschen zu spielen oder den Madison Square Guarden auszuverkaufen? Hast du mit sowas gerechnet, als du Dispatch gegründet hast?
Pete Francis: Ich habe niemals mit etwas gerechnet, was diesen Shows auch nur nahe käme. Das waren Momente in meinem Leben die ich nie vergessen werde.
stereoMAG: 2001 hast du deine Solokarriere mit dem Album So They Say begründet. Dieses Jahr hast du dein sechstes Album – The Movie We Are In – rausgebracht. Wo siehst du die größten Veränderungen zwischen diesen beiden Alben?
Pete Francis: Die größte Veränderung liegt in der Produktion. So They Say ist eher ein karges Album.
Da waren einfach nur Vocals, Drums, Bass und Gitarre.
Bei The Movie We Are In wollte ich es mit einer etwas moderneren Herangehensweise versuchen.
Abgesehen von der Produktion mit Drum Loops und unterschiedlishen Synths hat mir der Produzent Jeff Trott geholfen, den Songs die richtige Form zu geben bevor wir sie aufgenommen haben.
stereoMAG: Warum hast du deinen Sound vom Folk zum Pop geändert?
Pete Francis: Ich weiß nicht, ob ich dir da wirklich zustimmen kann. Ich hab eher das Gefühl, dass meine Musik mit vielen unterschiedlichen Stilen experimentiert.
stereoMAG: Warum hast du dich dazu entschieden, die Zeile von dem Song St. Pauls Fair als Album Titel gewählt? Denkst du, dass das Fernsehen unsere Leben ersetzt hat?
Pete Francis: Ich denke, dass all unsere Leben so sind wie Filme. Ich glaube nicht, dass das TV oder Filme unsere Leben ersetzen.
Und ich hoffe das wird niemals passieren, aber manchmal macht es Spaß, das Leben durch die Perspektive einer Filmkamera zu betrachten.
stereoMAG: Wer hat das Cover-Artwork gemacht?
Pete Francis: Micah Player von Paper Rifle hat das Artwork gemacht.
Nachdem Micah sich das Album angehört hat, kam er mit einem ganzen Haufen von Zeichnungen an.
Ich fand es super wie er meine Songs auf visuelle Art repräsentiert hat.
Es war echt cool mit jemandem zu arbeiten, der mich schon so früh im kreativen Prozess verstanden hat.
stereoMAG: Welchen Song von deiner neuen Platte magst du am liebsten?
Pete Fancis: Ich weiß nicht… Welchen magst du am liebsten?
stereoMAG: Mir gefällt Light Up My Day am besten… Pete, du bist viel unterwegs. Wann können wir dich das erste Mal hier in Deutschland erwarten?
Pete Francis: Vielleicht im nächsten Sommer…
stereoMAG: Bevorzugst du kleine Clubs oder eher große Hallen?
Pete Francis: Ich liebe beides.
stereoMAG: Du bist nicht mal 30 Jahre alt und hattest schon all diese großen Momente in deiner Karriere. Ist noch irgendwas übrig, dass du gerne erreichen möchtest?
Pete Francis: Ich möchte gerne international erfolgreich sein und auftreten. Ich würde echt gerne in Japan spielen.
stereoMAG: Das Musikgeschäft hat sich verändert. Das Internet hat es den Menschen möglich gemacht, alle Arten von Musik einfach runterzuladen. Wie siehst du das ganze?
Pete Francis: Ich hoffe, dass mehr Menschen anfangen gute Musik zu machen, zu hören und schätzen zu lernen… Wir brauchen das.
stereoMAG: Glaubst du, dass das Internet die Musik tötet?
Pete Francis: Es gibt auch einen positiven Blickwinkel: Mehr Menschen haben die Möglichkeit mehr Musik zu hören als je zuvor.
stereoMAG: Hast du eine Frage an unseren nächsten Interview-Partner?
Pete Francis: Wer wird das sein? Ist Chad der nächste? Ich hab gehört du gehst gerne angeln. Welche Ruten benutzt du?
stereoMAG: Danke für das Interview Pete!
Weiterführende Links:
www.petefrancis.com
www.myspace.com/petefrancis
www.dispatchmusic.com
