Interview mit tusq
Heute haben wir Holger Lüken, den Schlagzeuger der Band tusq, im Interview.
tusq wurde 2009 in Hamburg von Mitgliedern der Bands D-Sailors, The Coalfield, Herrenmagazin und Schrottgrenze gegründet und leitet ihren Bandnamen von der 1979 erschienenen Platte Tusk von Fleetwood Mac ab.
Am 22. Oktober 2010 erschien das Debut Patience Camp.
tusq auf Tour:
10. Nov 2010 München – Atomic Café (+ Teenage Fanclub)
11. Nov 2010 Berlin – Lido (+ Teenage Fanclub)
12. Nov 2010 Weissenhaeuser Strand – Rolling Stone Weekender
(+ The National, Element Of Crime, Teenage Fanclub u.a.)
13. Nov 2010 Bremen – Lagerhaus (+ Herrenmagazin)
24. Nov 2010 (RUS) St. Petersburg – Mod Club (+ Unique Tunes)
25. Nov 2010 (RUS) St. Petersburg – Tanci Club
26. Nov 2010 (RUS) Moskau – Avant Club
27. Nov 2010 (RUS) Moskau – Squat Café
01. Dec 2010 Hamburg – Hanseplatte
02. Dec 2010 Stuttgart – Röhre (+ Kashmir)
03. Dec 2010 Dresden – Beatpol (+ Kashmir)
04. Dec 2010 München – Backstage (+ Kashmir)
05. Dec 2010 Köln – Luxor (+ Kashmir)
07. Dec 2010 Frankfurt – Mousonturm (+ Kashmir)
08. Dec 2010 Bochum – Zeche (+ Kashmir)
09. Dec 2010 Berlin – Postbahnhof (+ Kashmir)
10. Dec 2010 Hamburg – Übel & Gefährlich (+ Kashmir)
11. Dec 2010 Leer – JuZ (+ The Compliance)
stereoMAG: Holger, wie bist du zur Musik gekommen und wo siehst du deine Einflüsse?
Holger: Na ja, also Musik hat mich schon sehr früh interessiert. Es fing bei mit mit der Band Queen an, die ich als Kind sehr gerne gehört habe. Verstärkt wurde dieses Interesse an Musik im Jugendalter. Anfangs haben mich Bands mit einem härteren Sound sehr begeistert, sprich Metal und Hardcore Bands. Und auf ein Mal war da die Band Motorpsycho aus Norwegen, die ich bis heute nach wie vor liebe und sehr schätze. Mein größter Einfluss als Musiker und Schlagzeuger sozusagen.
Weitere Einflüsse als Musiker sind für mich gute Bands mit denen ich mich identifizieren kann und die mir in irgendeiner Form was geben, sei es Emotionen, gute Texte oder einen guten Rhythmus. Da spielt es auch keine Rolle um welche Musikrichtung es sich handelt. Als Mensch ist die Musik natürlich ein großer Einfluss und auch die physische Form von Musik, selber Musik zu schreiben und zu produzieren.
Ich lebe jetzt seit ca. 3 Jahren in Hamburg und das prägt mich natürlich auch als Mensch und Musiker. Für mich war es eine sehr gute und wichtige Entscheidung nach Hamburg zu ziehen.
stereoMAG: Welche Bands und welche Art von Musik hörst du gerne privat?
Holger: Da gibt es natürlich sehr viele Bands und Arten von Musik die ich gerne höre. Wie ich schon erwähnt habe höre ich sehr gerne Motorpsycho. Im Moment höre ich das Album *Halycon digest* der Band Deerhunter sehr gerne. Aber natürlich auch alte Sachen, wie z.B. Dennis Wilson, Talking Heads und das 90er Jahre Album *O.K Computer* der Band Radiohead werden häufig auf meinen Plattenteller gelegt.
stereoMAG: Kannst du von der Musik leben? Was hast du vorher gemacht?
Holger: Nein kann ich nicht. Ich arbeite als Sozialpädagoge in Hamburg und verdiene damit meine Brötchen.
stereoMAG: tusq ist ja sozusagen eine All-Star-Band. Gibt es andere solche Bands die dir gefallen?
Holger: Ich persönlich kann mit der Bezeichnung *Allstar Band* nichts anfangen. Wir sind einfach vier Typen, die vorher in unterschiedlichen Bands gespielt haben, oder wie in Pauls Fall noch spielen. Wir alle hatten einfach nur Lust auf einen neuen Sound, that’s it. All-Star-Bands sind mir egal, mich muss die Musik ansprechen und da ist es mir egal wer dahinter steckt.
stereoMAG: Welche Musiker würdest du vielleicht gerne mal in einer solchen Band zusammen hören?
Holger: Schwierige Frage. Interessant würd ich es finden, wenn zwei Extreme aufeinander stoßen und versuchen gemeinsam auf einen Nenner zu kommen. Aber wer könnte das sein? Chris Martin von Coldplay und Varg Vikernes von Burzum wären vielleicht mal interessant.
stereoMAG: Bevor du dich bei tusq hinters Schlagzeug gesetzt hast, hast du bei The Coalfield getrommelt. Wo siehst du selbst die Unterschiede zwischen beiden Bands?
Holger: Naja als erstes würde ich die Musikrichtungen sagen, die ja wirklich sehr unterschiedlich sind. Der Unterschied ist sicherlich auch, dass wir jetzt alle Anfang 30 sind und der Spirit innerhalb der Band jetzt ein anderer ist. Ansonsten haben und hatten beide Bands die selben Ziele, nämlich viel auf Tour zu sein und Songs zu schreiben.
stereoMAG: Ihr habt grade euer Debut Patience Camp veröffentlicht, welches ihr im Januar aufgenommen habt. Wieso hat es so lange gedauert, das Album zu veröffentlichen?
Holger: Diese Frage wurde schon häufiger gestellt und ich verstehe diese Frage nicht. Wir haben das Album Mitte Januar bis Mitte Februar in Finnland aufgenommen. Im April wurde das Album gemischt und im Mai gemastert. Ein Label wurde gesucht, welches wir dann im Juni fanden. Und dann fängt auch schon die Promo usw. an. Also kann man doch nur sagen, das es schneller nicht gehen kann.
stereoMAG: Wie kamt ihr auf die Idee, in Finnland aufzunehmen?
Holger: Timo kannte unseren Produzenten Jürgen Hendlmeier schon lange und wollte damals mit Schrottgrenze dort aufnehmen. Aber aus unterschiedlichen Gründen kam es nie zu dieser Kooperation. Als Timo dann mit Uli die Band *tusq* gründete, war von Anfang an klar, das wir in Finnland unsere Platte aufnehmen und mit Jürgen zusammen arbeiten wollten.
stereoMAG: Hatte das Wetter oder die Umgebung in Finnland Einfluss auf den Sound der Platte?
Holger: Ja auf jeden Fall! Wir haben eine Woche in einem Studio gearbeitet und gelebt, welches mitten im Wald lag. Wir wurden also nicht abgelenkt und konnten uns vollends auf unser Projekt, nämlich das Album zu produzieren, konzentrieren. Das war wirklich ein großer Vorteil. Die Landschaft und das ganze Drumherum hat sicherlich zum Feeling der Platte beigetragen, ganz bestimmt!
stereoMAG: Auf der Platte finden sich 10 Songs, mit wie vielen Songs seid ihr denn ins Studio gegangen, also wie viele Songs sind am Ende nicht auf der Platte gelandet und warum?
Holger: Wir sind mit 12 Songs ins Studio gegangen. Wir hatten bei zwei Songs das Gefühl, dass diese einfach nicht auf die Platte passen und deswegen bleiben sie verborgen bzw. werden evtl. noch mal auf B-Seiten veröffentlicht.
stereoMAG: Wenn ihr eure Songs vor ca. einem Jahr geschrieben habt, spielt ihr sie noch gerne live?
Holger: Aber natürlich! Live spielen macht unheimlich viel Spaß, da jedes Konzert unterschiedlich ist und das Feeling sich permanent ändert. Man sollte Platten schreiben um sie danach live zu performen und dem Publikum die Möglichkeit zu bieten in eine andere Welt abtauchen zu können.
stereoMAG: Im Juli habt ihr in Ostfriesland beim Omas Teich Festival gespielt, wie wurdet ihr dort vom Publikum aufgenommen?
Holger: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr genau. Wir hatten auf jeden Fall ein gutes Gefühl auf der Bühne und ich hoffe die Leute vor der Bühne hatten ebenfalls ein gutes Gefühl.
stereoMAG: Spielst du lieber vor einem Publikum in dem du jemanden kennst oder vor einem in dem dir nur unbekannte Gesichter entgegensehen?
Holger: Mir ist das eigentlich egal. Wenn ich auf der Bühne stehe vergesse ich sowieso alles was um mich herum passiert.
stereoMAG: Was hilft dir auf die Beine, wenn du am Tag nach einem Auftritt früh aufstehen musst, um in die nächste Stadt zu kommen?
Holger: Kaffee & ein gutes Frühstück! Gute Musik kann ebenfalls ein guter Start in den Tag sein.
stereoMAG: Gibt es irgendein krasses oder bemerkenswertes Ereignis (vor, während oder nach einem Auftritt zum Beispiel) an dass ihr euch gerne erinnert?
Holger: Das Konzert auf dem Reeperbahn Festival in der Prinzenbar war unglaublich. Draußen standen die Leute Schlange um uns zu sehen. Viele sind sogar nicht mehr reingelassen worden. Sehr ungewohnt für mich, aber dieser Abend hatte etwas Besonderes. Darum werde ich diesen Auftritt wohl immer in guter Erinnerung haben.
stereoMAG: Mit welchen Bands/Musikern würdest du gerne mal spielen?
Holger: Motorpsycho.
stereoMAG: Eine Frage von der Band The Voodoolectric aus Aurich: Wie wichtig ist euch der Bühnensound?
Holger: Sehr Wichtig! Deswegen haben wir auch immer unseren eigenen Mischer dabei, dem wir vertrauen können und auch wissen dass er gute Arbeit macht. Der Bühnensound ist die halbe Miete für ein gutes Konzert, weil wir als Band die Lieder besser fühlen und rüberbringen können.
stereoMAG: Hast du irgendeine Frage an unseren nächsten Interview-Partner?
Holger: Wie findet ihr das Musik als Kunstform in Musikmagazinen mit einem Punktesystem benotet/bewertet wird?
stereoMAG: Vielen Dank für das Interview!
-Die Antwort auf Holgers Frage könnt ihr HIER erfahren-
von Matthias Doden
Weiterführende Links:
