Interview mit ZOX
2002 gründete sich an der Brown University in Rhode Island die Band ZOX, welche 2008 das Album Line in the Sand veröffentlichte und sich kurze Zeit später auflöste.
Letzte Woche, am 9. Oktober, kam es im Lupo’s Heartbreak Hotel in Providence, RI zur Reunion.
Anlass für uns, mal ein Gespräch mit ZOX-Bassisten Dan Edinberg zu führen.
von Matthias Doden
stereoMAG: Dan, wo siehst du die Einflüsse der Band?
Dan: ZOX’s Einflüsse haben sich eigentlich immer von Album zu Album geändert.
Bei unserem ersten Album wurden wir zum Beispiel von Sublime, NOFX und the Old 97s beeinflusst.
Bei The Wait waren es Bands wie The Cure, The Police und die Pixies.
Für Line in the Sand haben wir viel XTC, Fugazi oder Peter Gabriel gehört (da haben wir ziemlich weit gestreut!).
stereoMAG: Wie würdest du den Sound der Band beschreiben?
Dan: Folk-ska-punk-classical
stereoMAG: Ihr benutzt eine Geige in eurer Musik. Woran liegt das?
Dan: Wir stehen darauf, eine Rockband mit Bass, Drums, Gitarre und Geige zu sein.
Irgendwas an diesen vier Instrumenten hat etwas sehr magisches für uns.
Die Geige ist ein so vielseitiges Instrument und wir lieben es, die Möglichkeiten dieses Instruments zu ergründen.
Außerdem trägt es die Lead Line eines Songs wie kein anderes Instrument.
stereoMAG: Kannst du uns etwas über die Art und Weise erzählen, in der ZOX Songs schreibt?
Dan: Eli schreibt die Melodien, Lyrics und die Akkorde und dann bringt er dieses Grundgerüst zum Rest der Band für weitergehende Verschönerungen.
Auf Line in the Sand hat der Rest der Band allerdings auch Parts für Instrumente geschrieben, die Eli dann noch überarbeitet hat.
stereoMAG: Also ist Eli für das Songwriting zuständig?
Dan: Eli ist der Chef, wenn es um ZOX Songs geht, keine Frage! Aber wenn es ums produzieren oder arrangieren geht, ist es doch eher eine Gemeinschaftsarbeit.
stereoMAG: Wo sucht und findet ihr Inspiration?
Dan: Überall.
stereoMAG: Was macht ihr so um euch zu erholen?
Dan: Nun, lustig, dass du danach fragst. ZOX besteht nun eigentlich seit zwei Jahren nicht mehr.
Eli Miller studiert Jura in Californien, unser Drummer John Zox ist auf der Wharton Business School, Spencer Swain (Geige) lebt in Providenve, RI und spielt in ein paar anderen Bands und arbeitet an seiner Kunst und ich lebe in New York und spiele in der wundervollen neuen Band The Stepkids.
Wir haben grade einen Plattenvertraf mit Stones Throw Records unterschrieben und freuen uns richtig darauf vollzeit zu spielen.
Wir würden gerne so schnell wie möglich in Deutschland spielen.
Ich hab echt gerne mit ZOX gespielt.
Wir haben letzte Woche (09.Oktober 2010) erst eine Reunion Show gespielt und die Stepkids waren der Opener.
Ich hatte an dem abend definitiv alle Hände voll zu tun!
stereoMAG: Dann wird es zukünftig nur noch sporadisch zu Auftritten von ZOX kommen?
Dan: Nach dem wir 5 Jahre lang in einem durch getourt haben, wurde es Zeit für eine Unterbrechung.
Wir mussten uns um unsere Leben kümmern und auch um unsere anderen kreativen Unternehmungen vorantreiben.
Nichts desto trotz sind wir immer noch alle sehr gute Freunde und freuen uns darauf zukünftig noch weitere Reunion Shows zu spielen!
stereoMAG: 2007 und 2008 habt ihr einige Shows hier in Deutschland gespielt. Werden wir Gelegenheit haben euch hier noch einmal zu sehen?
Dan: Wenn ihr uns zukünftig noch mal spielen sehen möchtet, müsst ihr dafür leider in die USA reisen und eine unserer Reunion Shows angucken.
Aber The Stepkids kommen wie gesagt hoffentlich bald nach Europa. Ich werde euch da auf dem Laufenden halten!
stereoMAG: 2008 habt ihr auch bei Rock am Ring gespielt, eines der größten Festivals in Deutschland. Wie war das für euch?
Dan: Aufregend! Ich konnte es gar nicht fassen, dass wir an einem Abend mit Rage Against the Machine, Motorhead, Justice und the Prodigy spielen konnten!
stereoMAG: Was war das verrückteste, dass euch jemals auf Tour passiert ist?
Dan: Fünf Jahre on the road am Stück. Das ist verrückt genug.
stereoMAG: Gibt es einen Song den ihr Live gerne covert?
Dan: Wir haben letzte Woche RearViewMirror von Pearl Jam gecovert. Der Song hat richtig Energie und Spencer hat gesungen. Spencer hat echt ne ziemlich hohe Stimme – wie Sting.
stereoMAG: Für Line in the Sand habt ihr mit John Goodmanson gearbeitet. Wie war die Arbeit mit ihm?
Dan: Fantastisch.
stereoMAG: Warum habt ihr euch dazu entschieden, Line in the Sand als Titeltrack eures letzten Albums zu nehmen?
Dan: Wir mochten die Aussage. Es bedeutet so viel wie eine Stellung zu beziehen.
stereoMAG: Kannst du die Bedeutung hinter dem Artwork von Line in the Sand erklären?
Dan: Eine zerbrochene Uhr ist sowas wie eine Linie im Sand. Es bedeutet, dass du dein Leben unter dienen eigenen Bedingungen lebst und nicht unter den konventionellen.
stereoMAG: Welcher Song von Line in the Sand gefällt dir selbst am besten?
Dan: Auf jeden Fall Goodnight.
stereoMAG: Kannst du uns was über die Bedeutung dieses Songs erzählen?
Dan: Wir mögen es nicht so gerne die Bedeutungen unserer Songs kurz zusammen zu fassen.
Das würde den Songs einfach nicht gerecht werden.
Aber wir ermutigen jeden der Interesse daran hat, unsere Lyrics zu lesen und sich sein eigenes Bild über die Bedeutungen hinter unseren Songs zu machen.
Und diese Bedeutungen sind sowieso viel Kraftvoller als alles was wir euch erzählen könnten.
stereoMAG: Gibt es, angesichts von Reunion-Shows, auch Pläne für ein neues Album?
Dan: Momentan jedenfalls nicht, aber wir werden sehen, was die Zukunft bringt.
In der Zwischenzeit gibt es aber im März 2011 das erste Album von The Stepkids, welches auf Stone Throw Records veröffentlicht wird.
stereoMAG: Mal angenommen, ihr könntet ein „ZOX & Friends“ Album machen. Wen könnte man auf so einem Album wohl antreffen?
Dan: Tom Waits.
stereoMAG: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast!
Weiterführende Links:
http://www.zoxband.com
http://www.myspace.com/zox
http://www.thestepkids.com
http://www.myspace.com/thestepkids
