anna_aaron

Newcomer . Anna Aaron

Letzten Monat erschien ihre aktuelle Single King of the Dogs und im Herbst kommt ihr erstes Album Dogs In Spirit.

Im April könnt ihr die Baslerin auf Tour in Deutschland erleben und schon heute bei uns im Interview:

stereoMAG: Anna, zu Beginn würde ich dich gerne Fragen, wo du bist, während du unsere Fragen beantwortest und wast du vorher gemacht hast.

Anna Aaron: Ich ziehe es vor nicht zu sagen wo ich bin, aber bevor ich diese Fragen gelesen habe, habe ich e-mails beantwortet.

stereoMAG: Trinkst du lieber Tee oder Kaffee wenn du Schreibtischarbeit machst?

Anna: Kaffee.

stereoMAG: Du kommst aus England, hast in Neu Seeland und Asien gelebt, warum bist du nach Basel gezogen?

Anna: Ich bin schon in Basel geboren, war aber in meiner Kindheit ein paar Jahre im Ausland wegen der Arbeit meiner Eltern.

stereoMAG: Wie bist du zur Musik gekommen und wo siehst du deine Einflüsse?

Anna: Ich glaube nicht, dass man zu der Musik kommen kann, sie war irgendwie schon immer da. Musikalische Einflüsse sind für mich diejenigen Musiker und Künstler, die mir geholfen haben, meine persönliche Auffassung dessen zu formen, was Musik eigentlich ist. Es gibt viele davon, aber einige der nennenswertesten sind wahrscheinlich Fleetwood Mac, My Bloody Valentine, Sonic Youth, The Cure und natürlich Bowie…

stereoMAG: Wie alt warst du, als du anfingst Musik zu machen? Kannst du dich an den ersten Song erinnern, den du geschrieben hast? Was denkst du heute über diesen Song?

Anna: Ich glaube ich war 17 Jahre alt, als ich zum ersten Mal etwas schrieb, das man vielleicht ein Lied nennen könnte. In meinem “jungen” Schreiben höre ich heute eine eher intuitive Vorgehensweise bezüglich Harmonie und Rhythmus heraus, die ich heute vielleicht nicht mehr besitze. Es ist sozusagen der Verlust einer gewissen Naivität, die man verliert, sobald man durch den Prozess der Schulung erfährt, was es denn genau ist, was man gerade macht – wo man es früher einfach gemacht hat, weil es sich “richtig” angehört hat. Es ist die altbekannte Frage bezüglich dem Produzieren von Kunst: das Verhältnis zwischen der Technik und der Gabe.

stereoMAG: Kannst du die Art und Weise beschreiben, wie du deine Musik entwickelst?

Anna: Ich habe angefangen, die Musik nicht mehr so sehr als etwas zu sehen, das ich schreibe, um auf etwas zu kommen, das ich singen kann, sondern eher als eine Vision, die mich auf irgendeine Weise erreicht und um deren Realisierung es dann geht. Es ist wie eine Verschiebung im Fokus: wo man früher nur auf sich selbst gehört hat, muss man jetzt lernen, sensibel zu sein auf das eigentliche Lied, und die Richtung zu spüren, in die es gehen will, und auch die spezifische Art und Weise, wie sich die jeweilige Vision oder der jeweilige Traum in der Realität manifestieren möchte.

stereoMAG: Kannst du uns ein wenig über die Songs Mary Ruth und King of the Dogs erzählen?

Anna: Mary Ruth schrieb ich vor vier Jahren, als ich am Nachdenken war über das Verhältnis von Abwehr und Einladen, wenn es darum geht, dass etwas oder jemand von einer aussenstehenden Kraft eingenommen wird. Es ist wie wenn man eine Mauer möglichst fest und möglichst stark aufbaut, aber man baut sie gerade deshalb so fest und stark auf, weil man eben will, dass sie eingebrochen wird. Je grösser der Schmerz und die Heftigkeit sich beim Vorgang des Einbruchs zeigt, um so grösser ist die Befriedigung bezüglich der Spannung zwischen Kampf und Ergebenheit.

King of the Dogs schrieb ich nicht in einem Mal sondern in mehreren Etappen; der Gesang im Refrain ist zum Beispiel eine Melodiezeile, die ich einmal in einem fast halb so schnellen Tempo aufgeschrieben hatte. Man könnte es also schon fast ein Flickwerk von einem Lied nennen, und diese Art des Zusammenfügens widerspiegelt sich wahrscheinlich auch im Text, da es eigentlich kein einheitliches Thema gibt und die Worte von vielen verschiedenen Dingen gleichzeitig reden.

stereoMAG: 2009 hast du deine Debut-EP I’ll Dry Your Tears Little Murderer und im vergangenen Monat deine neue Single King of the Dogs veröffentlicht. Kommt nun als nächstes das erste Album?

Anna: Wir waren zwischen August und September 2010 im Studio und werden im April 2011 noch ein paar Aufnahmen mehr machen. 

stereoMAG: Wann können wir denn mit dem neuen Album rechen und wie wirst du es nennen?

Anna: Das Album heisst Dogs In Spirit und wird im Herbst 2011 rauskommen.

stereoMAG: Gibt es einen Künstler den du auf dem Album gerne mit dabei hättest?

Anna: Nein, da fällt mir gerade niemand ein.

stereoMAG: Wirst du in naher Zukunft auch mal in Deutschland zu sehen sein?

Anna: Ich werde vom 2ten bis am 10ten April in Deutschland spielen.

stereoMAG: Gibt es einen Club oder etwas in der Art, in dem du gerne spielen würdest?

Anna: Folsom Prison vielleicht?

stereoMAG: Was ist dein Lieblingsalbum?

Anna: In The Aeroplane Ober The Sea von Neutral Milk Hotel ist mir natürlich sehr lieb (siehe REVIEW)

stereoMAG: Was bevorzugst du? Digital, CD oder Vinyl?

Anna: Vinyl, was für eine Frage…

stereoMAG: Wie stehst du zu illegalen Downloads?

Anna: Es gibt gewisse Konsequenzen, die das Auftreten des Internets in unserer Kultur einfach mit sich bringen; die meisten sind nicht gut oder schlecht, sie sind einfach. Ich denke aber, dass wenn das Internet das nützlichste Mittel ist, um das Ideal von effizientester Verbreitung und grösstmöglicher Zugänglichkeit von Information zu verfolgen, man auch bereit sein muss, eventuelles Zugänglichwerden von Material, für das Leute “normalerweise” bezahlen müssten, in Kauf zu nehmen.

stereoMAG: Matt Wilhelm von Calling All Crows möchte gerne wissen, was du dir für das neue Jahr wünschst.

Anna: Ein neues Album von Bat For Lashes?

stereoMAG: Hast du eine Frage an unseren nächsten Interviewpartner?

Anna: Welches Album aus dem Jahr deiner Geburt magst du besonders?

stereoMAG: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast!

-Die Antwort auf Annas Frage könnt ihr demnächst HIER nachlesen!

Anna Aaron auf Tour in Deutschland:

02.04.2011 – Kulturbrauerei Berlin

04.04.2011 – Radio Bremen

05.04.2011 – Zeche Carl Essen

06.04.2011 – BIX Stuttgart

07.04.2011 – Centralstation Darmstadt

08.04.2011 – Jazzit Salzburg

09.04.2011 – Unterfahrt München

10.04.2011 – Jazzhaus – Freiburg

Interview by Matthias Doden

Ich glaube nicht, dass man zu der Musik kommen kann, sie war irgendwie schon immer da. Musikalische Einflüsse sind für mich diejenigen Musiker und Künstler, die mir geholfen haben, meine persönliche Auffassung dessen zu formen, was Musik eigentlich ist. Es gibt viele davon, aber einige der nennenswertesten sind wahrscheinlich Fleetwood Mac, My Bloody Valentine, Sonic Youth, The Cure und natürlich Bowie…