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Telekinesis im Interview

Wenn es um die Band Telekinesis geht, dann handelt es sich um Michael am Schlagzeug und am Mikrophon, Jason Narducy am Bass sowie Cody Votolato an der Gitarre.

Diese drei Musiker kann man entweder ab dem 22.11. in Deutschland sehen oder schon heute den Kopf der Band bei uns im Gespräch erleben.

Telekinesis auf Tour:
22.11.2010 – Tower Musikclub Bremen
23.11.2010 – Lovelite Berlin
24.11.2010 – Rosenkeller Jena
25.11.2010 – Schlachthof Wiesbaden
26.11.2010 – Kulturzentrum Wetzlar
27.11.2010 – ON3 Festival München

stereoMAG: Michael, wo siehst du deine Einflüsse als Musiker und als Mensch?

Michael Benjamin Lerner: Momentan bin ich stark von einer Band namens Flin Flon beeinflusst. Die waren auf dem Label TeenBeat Records welches von Mark Robinson gegründet wurde, der neben Flin Flon auch in der Band Unrest spielt.
Das ist ein Trio, bei dem die Musik allgemein recht einfach ist, worauf ich aber sehr stehe!
Das sind wirklich verrückte Sounds. Viel vom neuen Telekinesis Album ist eine Reaktion auf die Gefühle in mir, die Flin Flon ausgelöst haben.
Als Mensch hat mich der Herbst sehr beeinflusst. Der Herbst ist für mich eine sehr produktive Jahreszeit.Es ist überall so gemütlich. Ich bin gerade in der Schweiz und hier ist es besonders gemütlich. Ziemlich aufregend.

stereoMAG: Wo suchst du Inspiration für deine Musik?

Michael: Normalerweise bei anderen Bands.
Ich finde es spannend, eine neue Band zu entdecken, die dafür sorgt, dass du in deiner Arbeit innehältst und sie in eine andere Richtung lenkst. Ich denke, dass alle Bands auf eine gewisse Art und Weise einander geben und voneinander nehmen.
Ich hör in letzter Zeit gerne New Order und ich denke, dass dieser Sound sich definitiv in einigen Songs von der neuen TK LP wieder spiegelt.

stereoMAG: Wie bist du zur Musik gekommen?

Michael: Mein Vater war Radio-DJ in Seattle als ich klein war, deshalb war ich ständig Musik ausgesetzt – sehr guter Musik!
Er hat meine Schwester und mich immer mit zu den Shows genommen, die von seinem Sender promoted wurden. Shows von Elvis Costello oder John Hyatt.
Ich habe mich schon zu diesem Zeitpunkt in die Idee verliebt, Musiker zu werden.
Ich kann mich beim besten Willen nicht an einen Zeitpunkt in meinem Leben erinnern, an dem ich nicht permanent über Musik nachgedacht habe.

stereoMAG: Hast du schon mal einen Song geschrieben, um ein Mädchen aufzureißen?

Michael: (lacht) Ich glaube nicht! Ich meine, ich habe schon Songs über Mädchen geschrieben! Viele sogar! Aber ich glaube nicht, dass ich je ein Lied geschrieben habe, um ein spezielles Mädchen auf mich aufmerksam zu machen (lacht).

stereoMAG: Welches war das erste Instrument, dass du gespielt hast?

Michael: Das Schlagzeug!

stereoMAG: Live spielst du mit Jason Narducy (Bass) und Cody Votolato (Gitarre). Warum hast du dich dazu entschieden, deine Songs im Alleingang aufzunehmen?

Michael: Ich schätze mal, das ist einfach der Weg, der sich bislang bewährt hat!
Ich schließe mich in einem Raum mit Schlagzeug, Gitarre und Bass ein und schreibe den ganzen Tag Songs. Ich denke, das ist mein „Job“! Und es ist ein toller Job!
Aber ich hoffe, dass das nicht immer so bleibt, es ist manchmal schon sehr einsam.

stereoMAG: Warum hast du dich dazu entschieden, der Schlagzeuger zu sein?

Michael: Das Schlagzeug ist das Instrument, mit dem ich mich am wohlsten fühle.
Ich kann einfach nicht mit der Gitarre auf die Bühne gehen und mich dabei gut fühlen.
Schlagzeug spielen und gleichzeitig singen ist zwar auf jeden Fall anstrengender, aber ich mag das so. Es macht viel Spaß.
Vielleicht werde ich das irgendwann eintauschen, aber wir werden sehen!

stereoMAG: Dein Debutalbum wurde von Chris Walla (Death Cab for Cutie) produziert. Kanntest du ihn schon vorher?

Michael: Yeah! Er ist ein Freund von mir, den ich durch Jason McGerr (Schlagzeuger von DCfC) kenne.

stereoMAG: Wie war es, mit ihm zu arbeiten?

Michael: Aufregend! Er ist ein absolutes Genie! Und einer der nettesten menschlichen Wesen der Welt.

stereoMAG: Was ist dein Lieblingslied von Telekinesis?

Michael: Imaginary Friend (via Jason Narducy).

stereoMAG: Gibt es einen Musiker, mit dem du gerne mal arbeiten würdest?

Michael: Ich hatte kürzlich erst die Ehre, mit Matthew Caws von Nada Surf arbeiten zu dürfen. Ein ziemlich beeindruckender Songwriter und Gitarrist, und es war wunderbar, im selben Raum mit ihm Songs zu schreiben.
Das hat mich dazu getrieben, mein bestes zu geben.
Außerdem ist er ein Mensch, mit dem man wunderbar Zeit verbringen kann.

stereoMAG: Im November spielst du einige Shows in Deutschland. Bist du schon einmal hier gewesen?

Michael: Ja, ich glaube drei oder vier Mal.

stereoMAG: Aus wie vielen Songs besteht dein Live-Repertoire?

Michael: So um die fünfundzwanzig Songs.

stereoMAG: Testest du neue Songs gerne an einem Live-Publikum um die Reaktionen zu erfahren?

Michael: Ja! Auf jeden Fall. Wir spielen viele Songs von unserem neuen Album, das Anfang nächstes Jahr raus kommen wird.
Es ist wirklich interessant, die Reaktionen des Publikums am Ende eines neuen Songs mit zu bekommen.
Außerdem ist es gut zu wissen, in welche Richtungen die Songs live gehen könnten.

stereoMAG: Gibt es Momente von Tourneen, an die du dich gerne erinnerst?

Michael: Ich würde sagen, dass fast alle Momente erinnerungswürdig sind. Es ist wie gesagt ein toller Job, den ich habe!

stereoMAG: Du hast ELO’s Can’t Get It Out Of My Head für wohltätige Zwecke gecovert. Kannst du uns sagen, was es damit auf sich hat?

Michael: Ja, ein US-Label hat mich kontaktiert und angefragt, ob ich ein ruhiges Lied für die Organisation The Valerie Fund beisteuern könnte und ich dachte, dass eine langsame Version von diesem Lied perfekt dafür wäre.

stereoMAG: Gibt es andere Songs die du gerne coverst?

Michael: Momentan: Justin Bieber – Baby und Teenange Fanclub – The Concept.


stereoMAG: Eine Frage für dich von Holger Lüken, Schlagzeuger von tusq: Wie findest du, dass Musik als Kunstform in Musikmagazinen mit einem Punktesystem benotet/bewertet wird?

Michael: Ich finde das total in Ordnung! Wenn es bei Restaurants Sterne-Bewertungen geben kann, warum dann nicht auch bei Platten? Da ist zum Beispiel ein Restaurant, das eine Bewertung von vier Sternen bekommt – das will man doch ausprobieren, um zu sehen, ob es einem gefällt. Und wenn deine Platte vier Sterne in einer Review bekommt, denke ich, dass das die Leute ebenfalls darüber nachdenken lässt, sich diese Platte anzuhören.

stereoMAG: Hast du eine Frage an unseren nächsten Interview-Partner?

Michael: Kannst du bauchrednern?

stereoMAG: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast!

-Die Antwort auf Michaels Frage könnt ihr HIER erfahren-

von Matthias Doden

weiterführende Links:

Akustik-Video von Michael Benjamin Lerner gibt es HIER!

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